Über mich

Ich bin ein junger Deutschlehrer, der seinen Berufsweg erst vor kurzem begonnen hat. Nach einem Jahr in der Schule kann ich schon einiges sagen.
Die Arbeit kann sowohl Spaß machen, als auch Freude bereiten. Es gibt auch schwierige Momente, die man erst nach einer Zeit versteht.

Das ist schon die Geschichte

Während des Studiums habe ich mehrere Praktika gemacht, damit ich einen Überblick über die Schularbeit habe. Dank dieser Erfahrungen kann ich sicherstellen, dass ich diese Arbeit mit Freude und Spaß leisten werde. Die verbrachte Zeit an den Schulen sowohl in Polen, als auch in Deutschland hat mir gezeigt, wie das Schulsystem hier in Polen, und dort in Deutschland verläuft. Die gewonnene Erfahrung möchte ich jetzt auch in die Tat umsetzen und meine Träume in Erfüllung bringen. Diese Webseite wird auf eine abgestimmte Art und Weise ein Bericht über meine Arbeit und darüber, was ich in meinem Berufsleben erlebe.

Mein Berufsleben wurde schon in dem polnischen Jacek-Kaczmarski-

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Lyzeum eingeleitet. Damals habe ich eine tolle Bibliothekarin kennen gelernt, die mich so mit ihrer Weltanschauung bewegt hat, dass ich sehr schnell die Entscheidung getroffen habe, als Volontär zu arbeiten. Über ein Jahr habe ich fast jeden Tag in der Woche ein Kinderheim besucht. Ich erinnere mich sehr gut an den Tag, als ich zum ersten Mal das Heim besucht habe. Alle Kinderblicke waren auf mich gerichtet. Ich dachte nur, was spielt sich eigentlich in ihren Köpfen ab, wie wird unsere Zusammenarbeit ablaufen. Sehr schnell habe ich ihr Vertrauen gewonnen. Viele von ihnen wollten mit mir sprechen und jeder wollte auch mit mir die Hausarbeiten machen, was eigentlich nicht möglich war. Mir wurde eine Gruppe von 3 Jungen zugeteilt, mit denen ich viel Zeit verbracht habe. Erst mal haben wir uns kennen gelernt und den Abend toll verbracht. Jeder neuer Tag war eine Herausforderung für uns. Wir haben sowohl Hausaufgaben gemacht, als auch zusammen gespielt. Monatelang haben wir unsere Freundschaft aufgebaut, die sehr gute Ergebnisse gebracht hat. Einerseits haben sich die Noten in der Schule verbessert, aber das war nicht die beste Bezahlung! Die Freude und das Lächeln auf den Gesichtern der Schützlinge war der schönste Lohn für diese Arbeit.

Nebenbei war ich in einem Volontariat-Zentrum. Da haben wir verschiedene Projekte realisiert, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene verbunden hatten. Ein Projekt hieß „Lass deine Träume frei” pol. Uwolnij Marzenia – durch Graffiti auf dem Bürgersteig haben wir Menschen an ihre Träume erinnert. Es ging darum, dass sich jeder seine Träume erfüllen sollte. Wir wollten mit dieser Initiative ein Zeichen geben. Menschen brauchen mehr Mut. Mut ist dann, wenn wir die Träume realisieren. Unsere Träume müssen wir selbst verwirklichen.
Während des Studiums habe ich mehrere Praktika gemacht. Ich habe in einer Grundschule gearbeitet. Da habe ich den Unterricht für Kleinkinder und für Jugendliche vorbereitet. Meine hohe Arbeitsmotivation wuchs mit jeder Danksagung. Wenn ich gesehen habe, wie sich die Kinder auf den Unterricht mit mir freuten, habe ich sofort gewusst, dass sich meine Bemühungen und der Zeitaufwand lohnen. Ich vergesse nie den Satz von den Viertklässlern „Wir wollen mit Ihnen noch einen Unterricht haben”. So ganz simple Verhalten haben mir gezeigt, dass meine Arbeit viel wert ist. An einer anderen Schule habe ich viele Hindernisse erfahren. Nicht für jeden Schüler war mein Fach wichtig. Es war eine ganz große Kunst, diese Schüler motivieren zu können. Natürlich ist es nicht einfach, aber niemand sagt, dass es unmöglich ist. Diese Unterrichtsstunden haben mir beigebracht, wie wichtig ist es, gut mit den Schülern umgehen zu können. Es darf nicht so sein, dass man manche Schüler übergeht, nur weil man denkt, dass dieser Schüler etwas nicht kann oder nicht weiß. Eine ganz simple Geschichte: Ich habe die Schüler abgefragt. Einen Schüler habe ich übergangen, jetzt weiß ich nicht mehr warum, auf jeden Fall war es mein Fehler. Da hat ein anderer Schüler meine Frage an seinen Kollegen gestellt und der hat sie beantwortet. Ich war erstaunt und es war mir auch peinlich, wie konnte man so dumm in seinem Vorgehen sein? Es scheint, dass jeder Fehlern macht und Irren ist menschlich.

Sehr tolle Erfahrung habe ich in einer Oberschule in Berlin gemacht. Das Beethoven-Gymnasium ist in Berlin ansässig und dank der Gastfreundlichkeit der Schulleiterin Dr. Gunilla Neukirchen konnte ich an dieser Schule für ein paar Monate ein Praktikum absolvieren. In dieser Zeit habe ich viele wunderbare Lehrerinnen und Lehrer kennen gelernt und natürlich ihre Schülerinnen und Schüler. An der Oberschule habe ich ganz gute Erfahrung gemacht. Ich habe entdeckt, dass die Schülerinnen und Schüler auch Spaß beim Lernen haben können. Man muss mit den Schülerinnen und Schüler nicht unbedingt hart umgehen, damit sowohl die Atmosphäre in der Klasse, als auch die Arbeit bzw. die Zusammenarbeit sehr gut läuft. In einer der jüngsten Klassen gab es ca. 30 Schülerinnen und Schüler. Nicht alle waren unbedingt brav und nicht alle wollten gleichzeitig mit anderen lernen. Jedoch das Engagement der Lehrerin hat mir gezeigt, dass auch diejenigen Schüler, die faulenzen möchten, etwas von sich geben können. Auch diese Schüler haben gut

Stadion Tivoli in Aachen
Deutschland auf geht´s!

gearbeitet. Man musste sie nur noch richtig auffordern und mit ihnen umgehen können. Der Umgang bestand vor allem darin, dass man sich mit diesen Schülern unterhält. Manche Sachen mussten auch unbemerkt stillschweigend übergangen worden sein. Diese Methoden haben eine gute Wirkung in dieser Klasse. Natürlich sind es nicht universale Tipps, da es in einer anderen Klasse eventuell nicht funktionieren würde. Man müsste den Schülern zeigen, dass die Schule ein Ort ist, wo man lernt und man sich da nicht trifft, um nur mit Freunden zu quatschen, sondern man soll gemeinsam lernen.

Alle 6 Praktika zählen zu meiner besten Erfahrung, die ich je gewinnen konnte. Schüler sind auch Menschen und zwar in der Grundschule noch jung, dann etwas älter und zum Schluss auch Erwachsene. Das Wichtigste ist, mit allen reden zu können und auf jeden Fall keinen zu übergehen. Jeder von uns hat sich Wertschätzung verdient, man sollte es nie missachten. Das Verhalten der Schülerinnen und Schüler ist sehr oft durch die Haltung der Lehrerin bzw. des Lehrers bedingt. Je mehr Freiheit man erlaubt, desto mehr kann passieren, aber je geringer die Freiheit ist, desto weniger gewinnt man. Man muss jedes Mal eine richtige Entscheidung treffen und so den Unterricht steuern, dass beide Seiten damit zufrieden sind.
Dabei ist ein Feedback sehr wichtig. Über ein Feedback kann man sich freuen oder länger nachdenken, aber auf jeden Fall lohnt es sich, seine Schüler und Schülerinnen anzuhören. Manchmal verlieren wir den Faden und landen etwas daneben. Durch die Routine kann man seine Denkhorizonte verletzen oder auch so eingrenzen, dass man das Selbstverständliche nicht bemerkt. Daher wünsche ich mir jeden Tag, mit einem freien Kopf, mit Humor und Lust für eine wunderbare Zusammenarbeit in die Schule gehen zu können.
Ich kann es auch nachvollziehen, dass nicht jedem meine Einstellung gefallen wird, daher würde ich mich schon jetzt freuen, wenn mich jemand anschreibt und seine Meinung vorstellt.
Auf eine gute und gelungene Arbeit in der Schule!